Auf Schatzsuche: Dateninventur für Städte und Regionen

Auch in Aktenordnern stecken wertvolle Daten für die Smart City
Wesley Tingey via Unsplash

Nicht erst seit Mark Zuckerberg auf Basis von Daten zum Milliardär geworden ist, wissen wir alle, dass Daten wertvoll sind. Aber gilt das auch für Daten der öffentlichen Hand? Die Antwort lautet klar: Ja. Bedingt durch die Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge verfügen Kommunen, Landkreise, Städte und Regionen über umfangreiche Datenschätze, die nur darauf warten, gehoben zu werden. Nicht damit ein Einzelner damit reich wird – sondern zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger.

Daten im Dornröschenschlaf

In allen bisherigen Pilotprojekten, an denen DKSR beteiligt war, zeigte sich, dass in den Fachbereichen, den Ämtern, den städtischen Betrieben und der Verwaltung große Daten-Potenziale schlummern, die jedoch zumeist unstrukturiert und dezentral vorliegen. Werden diese Daten zugänglich gemacht, entstehen neue Erkenntnisse für eine bessere Planung und damit zielgerichtetere und kosteneffizientere Investitionen der öffentlichen Hand. Dies wiederum bedeutet, die Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Prosperität unserer Städte und Regionen signifikant steigern zu können.

Unterschiedliche Datenformate

Von welchen Daten sprechen wir hier? Daten liegen in ganz unterschiedlichen Formaten vor. Es gibt Echtzeitdaten aus den Infrastruktursystemen – Teilweise werden diese bereits ergänzt durch zielgenaue Sensorik etwa zur Messung von Luftqualität, zur Steuerung der Beleuchtung oder zur Bewässerung kommunaler Grünflächen. Darüber hinaus verbergen sich in den einzelnen Fachbereichen, in den Schreibtischen und Aktenschränken von nur wenigen Mitarbeiter*innen und Expert*innen echte Daten-Perlen wie historische Fotos, die Aufschluss über die Kanalisation geben, oder eigene Auswertungen von Bürger*innenkontakten.

Erster smarter Schritt: Die Dateninventur bei voller Datensouveränität

Um diesen Datenschatz zu heben, ist eine Dateninventur der erste Schritt. Dabei werden die zur Verfügung stehenden Daten in den einzelnen Fachabteilungen der Verwaltung, aber auch die Daten der kommunalen Unternehmen und weiterer (lokaler) Partner identifiziert und über ein einheitliches Metadatenformat an einem zentralen Punkt zusammengeführt. Wichtig dabei ist, dass die eigentlichen Datensätze dabei nicht zur Verfügung gestellt werden. Sie verbleiben bei dem Datenbesitzer.  Die Datensouveränität der öffentlichen Hand bleibt jederzeit gegeben. Lediglich wesentliche Informationen über die Daten – die so genannten Metadaten zum Beispiel zu Qualität, Format oder Verfügbarkeit der Daten – werden einheitlich aufbereitet und für alle Berechtigten sichtbar bzw. auffindbar bereitgestellt.

Reiche Anwendungsmöglichkeiten

Diese Transparenz ist die Basis dafür, dass Daten zielgerichtet aufeinander bezogen werden können . So werden konkrete Lösungsmöglichkeiten für die Bedürfnisse der Stadt bzw. ihrer Bürgerinnen und Bürger entwickelt:

  • Aus Bevölkerungswachstum, Geburtenzahlen und Flächennutzungsplan entsteht eine vorausschauende Planung für Kitabedarfe und Schulplätze.
  • Aus der Kombination von Daten von E-Ladesäulen und Parksensoren werden Rückschlüsse auf Falschparker gezogen und der Ordnungsdienst instruiert.
  • Aus Verbrauchsdaten kommunaler Gebäude und Wetterdaten entstehen Prognosemodelle und Verhaltensimpulse zur Einsparung von Strom und Wärme.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um die Daten der öffentlichen Hand im Sinne und zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger nutzbar zu machen. Der erste wichtige Schritt für Städte & Regionen ist dabei der vielleicht müßig scheinende Blick in die Ordner – die Dateninventur lohnt sich!

 

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