Die Gründungsgeschichte von DKSR

v.l.n.r.: Keyvan Mahbobi (axxessio), Dr. Goodarz Mahbobi (axxessio), Dr. Eva Ottendoerfer (Fraunhofer IAO), Lutz Heuser (urban software institute), Dr. Alanus von Radecki (DKSR), Manuel Hösle (Fraunhofer Venture), Michael Frank (Telekom), Tim Cleffmann (DKSR), Sascha A. Peters (axxessio)

Fraunhofer Spin-off DKSR baut Open-Source-Plattform für Smart Cities

Daten-DNA für die Stadt der Zukunft:

Unsere Städte und Gemeinden stehen vor gewaltigen Herausforderungen: Klimawandel, Verkehrswende oder regionales Energie- und Ressourcenmanagement sind längst zum Alltag von Verwaltungen und Stadtplanern geworden – Aufgaben, die ohne eine zukunftsweisende Daten-Infrastruktur kaum mehr zufriedenstellend bewältigt werden können. Ein Fraunhofer-Spin-off könnte die digitale Transformation unserer urbanen Lebensräume jetzt entscheidend voranbringen: Das Daten-Kompetenzzentrum für Städte und Regionen (DKSR) entwickelt eine Open-Source-Plattform, mit der Kommunen ihre Daten nicht nur professionell managen, sondern für Wertschöpfung, Ressourceneinsparung und das digitale Empowerment ihrer Bevölkerung nutzen können.

Schon heute setzen die Kommunen eine Vielzahl digitaler Systeme, Tools und Hilfsmittel in allen Bereichen urbaner Stadtverwaltung und -gestaltung ein – doch die Zukunftsvision einer smarten, intelligenten Stadt, die nicht nur klimaneutral wirtschaftet, sondern dauerhaft Wachstum und Wohlstand verspricht und Lebensqualität für alle Bevölkerungsschichten bietet, verlangt mehr: Eine funktionierende Smart City braucht eine übergeordnete Intelligenz, ein Daten-Management System, mit dem die Datensätze aus unterschiedlichen Bereichen aggregiert, harmonisiert und sicher für passgenaue Lösungen genutzt werden können. Auf diese Weise lassen sich nicht nur städtische Leistungen exakt auf den aktuellen Bedarf aussteuern, beispielsweise die Müllentsorgung oder die Ampeln an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten, sondern auch immense Ressourcen einsparen, etwa wenn städtische Grünanlagen mittels Sensorik automatisch ihren aktuellen Wasserbedarf melden oder Rohstoffe in innerstädtischen Kreisläufen wiederverwertet werden. Das Fraunhofer-Spin-off DKSR bietet jetzt diese digitale Daten-DNA an, mit der Städte und Gemeinden die Entwicklung zur Smart City Schritt für Schritt, sicher und abgestimmt auf die eigenen Belange vorantreiben können.

Die Daten-DNA der Smart Cities

Deutsche Kommunen verfügen in der Regel über alle relevanten Daten, um das digitale Upgrade ihrer Verwaltung und ihres Gemeinwesens Wirklichkeit werden zu lassen – doch häufig behindern bestehende Systeme und Organisationsformen des Datenmanagements eine erfolgreiche und systematische digitale Transformation.  Das DKSR setzt mit seinem Open-Source-Modell für das Daten-Management von Städten und Gemeinden genau hier an. Die Plattform und die angeschlossenen Leistungen des Fraunhofer Spin-offs ermöglichen den Kommunen den Einstieg in die digitale Zukunft unabhängig vom Reifegrad des bestehenden Daten-Managements, mit skalierbaren Einstiegslösungen, die genau auf den aktuellen Bedarf einer Kommune abgestimmt werden können. Eine Analyse, Qualifizierung und Kuratierung des bereits vorhandenen Datenschatzes bietet gerade für viele kleinere Städte ein sinnvolles Einstiegsszenario, mit dem sich kostengünstig effektive Strukturen aufbauen und Potenziale für eine wertschöpfende Datennutzung identifizieren lassen. Auf dieser Basis können Kommunen über die Open-Source-Plattform unkompliziert und sicher ihr eigenes Daten-Management mit dem DKSR aufsetzen und hosten lassen. Die Morgenstadt Urban Data Community rundet das 360°-Service-Paket für die urbane Transformation ab. Die Community sorgt für den Austausch, gegenseitiges Lernen anhand von Best Practices und gemeinsamen Herausforderungen unter allen beteiligten Kommunen. Vielversprechende Modelle und Anwendungen anderer Gemeinwesen können so von den Teilnehmenden einfach via »Plug and Play« übernommen werden. Auch auf Start-ups und spezialisierte Anbieter zusätzlicher Services können teilnehmende Kommunen unkompliziert zugreifen. Ähnlich einem gesicherten und qualitätsgeprüften App-Store können deren Applikationen dann in einem offenen Ökosystem für alle Städte und Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

 

Vom Forschungsnetzwerk zur Plattform für urbane Innovationen

Das DKSR setzt nicht nur für das urbane Daten-Management neue Maßstäbe: Fünf Fraunhofer-Institute sind an der Ausgründung direkt beteiligt. Das Fraunhofer IAO als Initiator, sowie die Partner-Institute Fraunhofer IESEFraunhofer IOSB-INAFraunhofer FOKUS, und das Fraunhofer ISST, die jeweils wesentliche Technologien und Kompetenzen einbringen. Auf Industrieseite zählen die Deutsche Telekom, das Urban Software Institute und das IT-Beratungsunternehmen axxessio zu den Mitinitiatoren. Das DKSR ist aus der Fraunhofer Morgenstadt-Initiative hervorgegangen, einem dynamischen Forschungsnetzwerk, in dem Fraunhofer Institute, Unternehmen und Vertreter der Kommunen gemeinsam Innovationen für die Stadt von Morgen vorausdenken, Modelle entwickeln und neue Anwendungen testen. In den rund acht Jahren der gemeinsamen Zusammenarbeit seit der Morgenstadt-Gründung reifte unter den Beteiligten die Erkenntnis, dass das einmalige Kompetenz- und Technologie-Portfolio des Morgenstadt-Netzwerks auch eine ausgezeichnete Basis für die praktische Verwertung der Forschungsergebnisse bilden konnte.

Erfolgreich Ausgründen im Ökosystem

Dr. Alanus von Radecki, langjähriger Leiter der Morgenstadt-Initiative und heute CEO des DKSR, hatte selbst bereits Gründungserfahrung gesammelt, unter anderem als Mitgründer von BABLE, einer Fraunhofer Ausgründung die innovative, saubere Technologien passgenau mit den Bedürfnissen von Städten, Stadtplanern und -entwicklern verknüpft.

Gemeinsam mit den Partnern der Morgenstadt trieb von Radecki die Idee voran, Kommunen die Technologie, das Know-how und die Tools für daten-basierte Anwendungen für Bürger, Verwaltung und Unternehmen sicher, transparent und wertschöpfend anzubieten. Die zahlreichen Partnerorganisationen vervielfachten jedoch nicht nur die wirtschaftlichen Chancen, sie ließen auch das rechtliche und finanzielle Konstrukt dieser neuen Form der Ausgründung zu einer Herausforderung für alle Beteiligten werden. Das Berater-Tandem von Fraunhofer Venture begleitete das Ausgründungsteam durch diesen Verhandlungsprozess, navigierte durch komplexe juristische Fragestellungen, strukturierte die verschiedenen Interessenlagen und unterstützte die Gründer und Partner dabei, aus der Vielfalt eine transparente Win-Win Konstellation für alle Beteiligten zu machen.

 

Inzwischen bereitet das DKSR in der 2. Phase des Fraunhofer-AHEAD-Programms die Weiterentwicklung seiner Plattform für den Markteintritt vor. Das Team arbeitet Schritt für Schritt an der Verwirklichung seiner Vision: In den nächsten Jahren den neuen Standard für das kommunale Daten-Management zu setzen.

 

Das Team arbeitet Schritt für Schritt an der Verwirklichung seiner Vision: In den nächsten Jahren den neuen Standard für das kommunale Daten-Management zu setzen.

Tipp für andere Gründer:

„Für Gründer heißt Perfektion: schnell aus der praktischen Anwendung, dem Feedback der Nutzer und auch aus eigenen Fehlern zu lernen – diese Mentalität muss man als Fraunhofer Ausgründer häufig erst lernen – aber die Kombination aus Fraunhofer-Wissen und agiler Lernbereitschaft kann zu einer wirklichen Erfolgsformel werden.“

Alanus von RadeckiDKSR GmbH
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